Gerade komme ich von meinem Gespräch bei der Volkshochschule Lüneburg. Vier von meinen Kursen schaffen es, unter Vorbehalt, für das nächste Wintersemester ins Programm. Zum einen die “Globalisierung als Weltreise”, überarbeitet und unter neuem Titel; dann ein Seminar zum Thema “Frauen in Revolutionen” (In meinem Blog Denkschablone habe ich vor einiger Zeit einen Post über dieses Thema geschrieben.); dann eine Infoveranstaltung zum Thema “Spenden” (Was bedeuten die Spendensiegel? Wieviel von meinen Spenden kommt tatsächlich an, wieviel schluckt der Apparat? Sollte lieber für große Organisationen gespendet werden oder lieber für kleine, lokale Projekte? Wie gehe ich sicher, dass meine Spende nicht in die falschen Hände gerät? usw.); und zuguterletzt biete ich in den Herbstferien “Die Beste Aller Welten” an der VHS Lüneburg an.
A Future for Democracy
Nachdem meine neuen Seminarpläne geschrieben sind, habe ich nun endlich Zeit, mich meiner neuen Buchrezension für die Zeitschrift ASIEN zu widmen. Diesmal ist meine Wahl auf das Buch “A Future for Democracy” von der Konrad Adenauer Stiftung gefallen. Beim ersten Durchblättern musste ich leider feststellen, dass auch in diesem Sammel-band, wie so oft, hauptsächlich männliche Autoren vertreten sind. Von zwölf Beiträgen ist nur einer von einer Frau verfasst, zwei Beiträge haben weibliche Koautoren. (Ich habe es mir zur Angewohnheit gemacht, bei jedem Sammelband, oder ähnlichen Publikationen, als erstes das Verhältnis männliche-weibliche AutorInnen zu vergleichen. Was das genau bringen soll, weiß ich eigentlich gar nicht, aber ich muss gestehen, dass ich ein Buch bei einer groben Ungleichverteilung anders lese.)
Trotz allem freue ich mich aber auf die Lektüre, da in diesem Band Experten aus verschiedensten Ländern zusammenkommen, um über den Zustand der Demokratie in zahlreichen asiatischen Ländern, aber auch in Russland, Südafrika und Latein Amerika nachzudenken.
Das Spannungsverhältnis zwischen Freiheit und Gerechtigkeit
“Gauck singt ein Loblied auf die Freiheit. Ich vermisse das Loblied auf die Gerechtigkeit. Denn es gibt zu viele, die sich Freiheit nicht leisten können.“ (Friedrich Schorlemmer, DDR-Bürgerrechtler und Theologe)
- Dieses Zitat habe ich am Dienstag in der Taz (Nr. 9733) gelesen und habe mich sofort an meine Betzavta-Fortbilung letzte Woche erinnert, auf der wir genau dieses Spannungsverhältnis zwischen Freiheit und Gerechtigkeit diskutiert haben. Ein guter Anlass also, dieses Programm mal genauer vorzustellen.
Betzavta umfassst einer Vielzahl an Übungen, in denen die Teilnehmenden, zumeist unter Zeitdruck, trotz einander widersprechenden Positionen, Einstellungen und Bedürfnissen eine Entscheidung treffen müssen. Die Übungen sind ergebnisoffen und setzen fast vollständig auf gruppendynamische Prozesse. Erst in der Evaluationsrunde schaltet sich der/die Betzavta-TrainerIn ein und regt die Teilnehmenden durch eine besondere Fragetechnik zur Reflexion des eigenen Handelns an. Ziel ist es, den Blick von der Verfolgung eigener Interessen wegzulenken, hin zur Anerkennung der Gleichrangigkeit aller Interessen als grundlegendes Prinzip eines demokratischen Miteinanders.
Das besondere an Betzavta ist das Arbeiten mit der sogenannten Konflikt-Dilemma-Konflikt-Methode. Es basiert auf der Annahme, „dass wir das gleiche Recht einer anderen Person auf freie Entfaltung am ehesten dann akzeptieren, wenn wir deren Position als eine Alternative anerkennen, die unter anderen Umständen auch unsere eigene sein könnte. Die andere Person wird nicht mehr als “Gegner” empfunden, sondern als eine Person, die “eine andere Wahl getroffen hat”.“ (CAP)
Statt eines externen Konflikts verspürt der Einzelne plötzlich ein inneres Dilemma, schließlich werden beide Konfliktpositionen als gleichwertig wahrgenommen. Hat Jeder die Position des anderen aber erst als gleichwertig akzeptiert, fällt es leichter, gemeinsam nach einer Lösung des Konfliktes zu suchen. Einer Lösung, die letztlich die Freiheit aller Beteiligten möglichst wenig einschränkt.
Betzavta (zu dt. „Miteinander“) wurde 1988 vom Jerusalemer „Adam Institut for Democracy and Peace“ entwickelt. Ziel ist es, die Erziehung zur Demokratie zu fördern. Die deutsche Adaption stammt vom Centrum für angewandte Politikforschung an der LMU München. Für mehr Informationen
Fortbildung Lehren lernen kompakt
Vom 30.1. bis 3.2.2012 bin ich im Bildungsurlaub in Bad Pyrmont. Auf dem Plan steht der Kompakt-Kurs “Lehren Lernen” von der Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung Niedersachsen. Ich bin sehr gespannt und freue ich, neue Methoden kennen zu lernen und viele Anregungen für meine Arbeit zu bekommen.
Seminar Globalisierung als Weltreise wieder im Programm der VHS Lüneburg
Nach kurzer Pause startet mein Seminar Globalisierung als Weltreise (zum inhaltlichen geht es hier) ins neue Semester. Los gehts am Samstag, den 12.11.2011 an der VHS Lüneburg. Diesmal allerdings nur an vier Terminen. Betrachtet werden diesmal Tunesien, Japan, Simbabwe und Pakistan.
Anmeldeschluss ist Mittwoch, der 2.11.2011. Anmeldungen bitte nur über die VHS Lüneburg.
Fortbildung “Die Beste Aller Welten: Demokratische Bildung für Bildungsbenachteiligte”
Ich habe mich heute zur Fortbildung “Die Beste aller Welten: Demokratische Bildung für Bildungsbenachteiligte – Planspiel zur Demokratieförderung für Jugendliche” angemeldet.
Auszug aus dem Programm:
“Der praktisch und medial orientierte Ansatz des Bildungsprogramms bietet eine Alternative zu rein schreib- und sprachzentrierten Angeboten politischer Bildung. (…) Das Ziel ist es bei Jugendlichen die Auseinandersetzung mit demokratischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozessen anzuregen, Möglichkeiten der politischen Partizipation erfahrbar zu machen und politisches Wissen spielerisch zu fördern und zu festigen.”
Veranstalter ist die Bundeszentrale für Politische Bildung. Mehr dazu
Blog-Projekt www.denkschablone-blog.de startet!
Endlich – mein Blog-Projekt www.denkschablone-blog.de ist online.
Es ist ein Gemeinschaftsprojekt mit Jessica Wilzek und hoffentlich werden sich in Zukunft noch viele andere finden, die daran mitarbeiten. Unsere Idee ist, dass wir uns gegenseitig über Konferenzen, Vorträge, Bücher, Forschungsprojekte und was es sonst noch gibt aus den Bereichen Sozial-/Geistes- und Kulturwissenschaften auf dem Laufenden halten.